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St. Marien-Kirche in Angermünde

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Eines der bedeutensten Kirchen der Uckermark und ältesten Bauwerke in Angermünde ist die St. Marienkirche. Weithin sichtbar erhebt sich auf dem höchsten Geländepunkt der Stadt die Marienkirche mit ihrem imposanten Westwerk. Auf einem aus sorgsam behauenen Granitquadern gefügten Sockel steht der über 53m hohe, von Staffelgiebeln gekrönte Turm wie eine Festung. Schon im 13. Jahrhundert wurde sie mit den ersten Wohnhäusern in der Nähe der Burg Angermünde gebaut.

Vorläufer der Kirche St. Marien zu Angermünde war möglicherweise eine Dorfkirche aus dem 12. Jahrhundert, von der Reste nicht nachweisbar sind, denn bemerkenswert ist die Zeitdifferenz zwischen Stadtgründung 1233 und der Fertigstellung der ältesten, aus Feldsteinen erbauten Teile unserer Kirche um 1254. Dazu gehört die gesamte Kirche in ihren heutigen Ausmaßen, ohne die Kapelle, den oberen Teil des Turmes, das Obergeschoß der Sakristei, die Apsis und der südliche Chorumgang. Das Kirchenschiff hatte eine flache Balkendecke und kleine, in Umrissen von außen noch sichtbare Fenster.

Die Erweiterung des Chores bis zum heutigen Umfang, der Kapellenanbau, der Einbau der gotischen Gewölbe, die Vergrößerung der Fenster und die jetzt sichtbare Ausmalung sind bis 1526 fertiggestellt worden. Von den ursprünglich schmalen Fenstern mit Granitgewänden zeichnen sich an den Fassaden des Langschiffs heute noch einzelne Steine ab. Die Baujahre lassen sich im einzelnen nicht eindeutig festlegen, jedoch dürfte die Verlegung der Probstei von Stolpe nach Angermünde innerhalb der Jahre 1331 bis 1342, sicherlich in Folge zunehmender Bedeutung der Stadt, die Baumaßnahmen entscheidend beeinflußt haben.

Die Kirche hatte in alter Zelt bis zu 17 Nebenaltäre, ein großes Triumpfkreuz mit neun Heiligenfiguren, einen Renaissance-Altar von 1600, außer der Marienkapelle auf der Nordseite eine Südkapelle, die vor 1730 abgebrochen wurde, mehrere Emporen und vermutlich eine große Anzahl von Gemälden und Grabsteinen.

Eingebettet in eines der ältesten Stadtquartiere, dem Kirchplatz mit seinen historischen Fachwerkhäusern, betritt man die Marienkirche durch das Westwerk und gelangt in die weiträumige Halle des Langschiffs. Der Baukörper der dreischiffigen Hallenkirche wird im Innenraum von einem bis heute erhaltenen spätgotischen Sterngewölbe überspannt.

In der nachreformatorischen Zeit und 1867 wurde alle Wandmalereien übertüncht. 1909 wurde die Kirche mit gotisierenden Motiven ausgemalt: in dunkel wirkenden Farbtönen, vor allem im Chor. Das Gestühl, der Altar mit einer Rubenskopie und die Kanzel stammen aus der Renovierung von 1867, die Kronleuchter aus voriger Zeit.

Die letzte Restaurierung hat 1978 die Farbgestaltung von 1526 zugrundegelegt, ihre alten Farben und Ornamente wurden vorsichtig aufgefrischt bzw. retuschiert. Die Fenster hinter dem Altar stammen aus der Zeit des Jugendstils. Eines der südlichen Chorfenster ist aus Fensterfragmenten zusammengesetzt, offenbar nach Bombenschäden von 1945. Das Stadtwappen mit dem Datum "26. April 1945" in einem Südfenster des Schiffes weist auf das Ende des Zweiten Weltkrieges in Angermünde hin.

Auf der Chornordseite befindet sich eine Sandsteintafel mit dem Stammbaum des Bürgermeisters Krummkrüger und seiner Frau. Sie war die Stifterin des leider nur noch in wenigen Teilen erhaltenen ehemaligen Renaissancealtars von 1600. Die Teile "Kreuzigung", "Himmelfahrt", "Abendmahl" und "Der Gute Hirte" wurden in der Kapelle aufgestellt.

Auf dem bronzenen Taufkessel aus dem frühen 14. Jahrhundert, der von drei Männerfiguren getragen wird, sind 16 in Arkaden stehende Heilige dargestellt. Die Inschrift lautet (übersetzt): "Gelobt sei der Name unseres allmächtigen Gottes, auch durch mich, Joh. Justus" (das ist der Name des Glockengießers).

Ein großer, eisenbeschlagener, mit Schlössern mehrfach gesicherter Eichenkasten aus dem 13. Jahrhundert, der Überlieferung nach ein Schatzkasten, soll eine hohe Geldsumme, nämlich das Lösegeld für den Freikauf des gefangenen Markgrafen Otto IV., enthalten haben (unter der Orgelempore).

Die Orgel, die vermutlich zwei kleinere Vorläufer hatte, wurde im Zeitraum 1742 bis 1744 von dem Orgelbaumeister Joachim Wagner gebaut, der zwei Jahre als Geselle in der Werkstatt des berühmt gewordenen Orgelbauers Gottfried Silbermann gearbeitet hatte. Man nannte ihn den "Silbermann des Nordens". Die Wagnerorgel ist eine der schönsten Barrockorgeln im Osten Deutschlands und steht unter Denkmalsschutz. Sie hat 30 Register und als äußeres Beiwerk zwei Zimbelsterne, zwei Trompetenbläser, zwei Tremolanten und zwei Pauken, die von den dazugehörigen Engeln geschlagen werden, dazu ca. 2000 klingende Pfeifen, die größte ist ca. 5 m lang, die kleinste nur 9 mm. Die Orgel wurde 1964 bis 1976 durch die Orgelbaufirma Schuke aus Potsdam restauriert. Die Angermünder Sommerkonzerte an der Wagner-Orgel, ziehen ein weitgereistes Publikum an.

Quellenangabe: Aus den Informationen vom Pfarramt Angermünde zur Kirche St. Marien zu Angermünde
Quellenangabe: und den Besucherinformation in der Kirche.

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Published in Angermünde
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