
Diese Offenheit, die wohl im besten Sinne als multikulturell bezeichnet werden kann, soll aber nicht in Beliebigkeit münden. So haben wir bei der Programmgestaltung der letzten Jahre sehr darauf geachtet, dem Haus ein unverwechselbares Gesicht zu geben. Diese Profilierung gelang zum Beispiel durch den erfolgreichen Aufbau einer monatlichen Konzertreihe mit Jazz-, Folk-, Rock- und Weltmusik. Auch das Kino ist eine tragende Säule des Hauses. Neben einem breiten aktuellen Filmangebot ist Programmkino zum Markenzeichen für das MKC in Templin geworden.
Der Kulturverein, der sich der Förderung der regionalen Kunst- und Kulturszene verschrieben hat, legt besonderen Wert auf die Zusammenarbeit mit Bildenden Künstlern vor allem aus der Uckermark, die regelmäßig in der hauseigenen Galerie ausstellen. Außerdem ist das Multikulturelle Centrum ein wichtiges Podium für die Region und wird von Parteien, Kulturvereinen und vielen anderen Institutionen und Initiativen als Versammlungs- und Aufführungsort rege genutzt. Jährlich besuchen das Haus insgesamt ca. 20 000 bis 25 000 Besucher.
Die Geschichte
Um 1910 wurde in der Prenzlauer Allee Nr. 6 am Ufer des Templiner Stadtsees das Hotel-Restaurant „Seebad“ mit Kursaal eröffnet. Kunst und Kultur haben eine gewachsene Tradition an diesem Ort. Seit der Eröffnung wurden hier bis in die Zeit des 2. Weltkrieges Tanz- und Unterhaltsveranstaltungen aber auch Theater- und Literaturabende von den wechselnden privaten Betreibern des Hotel-Restaurants veranstaltet. Auch ein mobiles Kino gab es bereits seit 1913. Während der Kriegszeit wurde der ehemalige Vergnügungstempel Templins zum Kriegsgefangenenlager umfunktioniert. Beim einzigen Bombenangriff auf Templin 1943 wurde ein Teil des Hauses zerstört, auch Kriegsgefangene kamen dabei zu Tode.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der verbliebende Teil des Haus zunächst zu einem privaten Kino umgebaut und seit Anfang der 60er Jahre als Staatliches Filmtheater mit Gastspielbetrieb weitergeführt. Nach der Wende fiel das Haus an die Treuhand und sollte verkauft werden. Durch eine Bürgerinitiative wurde jedoch erwirkt, es für öffentliche Belange zu bewahren. Die nachfolgende Sanierung wurde vom Land Brandenburg gefördert und erst jetzt die im Krieg verloren gegangene Bausubstanz ergänzt. Der neue Glasanbau symbolisiert gleichsam die Öffnung und Demokratisierung des Kulturbetriebes an diesem Ort. Seit der Neueröffnung 1993 hat das Kulturzentrum, das von der Stadt Templin bezuschusst wird, eine eigenständige künstlerische Leitung und erwarb sich in den Folgejahren durch sein innovatives und für eine Kleinstadt wie Templin bemerkenswertes Programm einen guten Ruf weit über die Grenzen der Uckermark hinaus






